Anja Baumheier: Kranichland

veröffentlicht im Rohwohlt Taschenbuch Verlag, 2018

Eine Freundin brachte mir das Buch vorbei mit den knappen Worten: „Hier. Musst du lesen.“ Und da Tipps unter Freunden die besten sind, machte ich mich umgehend an die Lektüre. Und was soll ich sagen? Sie hat absolut recht gehabt.
Ich tauchte ein in eine Familiengeschichte, die im ersten Handlungsstrang im Jahr 1936 beginnt und den Werdegang der Familie zunächst im Krieg, dann in der DDR, während der Wende und bis ins Jahr 2000 erzählt. Der zweite Handlungsstrang berichtet vom Heute und beginnt mit der überraschenden Nachricht vom Tod einer Person, die jedoch bereits im Jahr 1971 für tot erklärt worden war. Beide Handlungen werden chronologisch abwechselnd erzählt, und das so spannend und voll (zunächst) verwirrender Zusammenhänge, dass ich das Buch zwischendurch nur ungern aus der Hand legte.
Fasziniert verfolgt man die Entwicklung der einzelnen Charaktere und deren Beziehungen unter dem Einfluss des DDR-Regimes. Es werden Entscheidungen mit weitreichenden Folgen getroffen, Geheimnisse gehütet und Seelen zerstört. Stellenweise war das Gelesene inhaltlich schwer zu verdauen, aber die Leichtigkeit der Sprache (Hut ab vor der Autorin!) und der Wechsel zwischen „Damals“ und „Heute“ ließen keine dauerhaft düstere oder schwermütige Atmosphäre beim Lesen entstehen.
Es ist kein Buch, in dem man Stellen markiert, weil sie poetisch formuliert sind oder Aphorismen enthalten. Das Buch erzählt eine Geschichte. Und dies gelingt umso eindrücklicher durch die geradlinige Erzählweise von Anja Baumheier.
Mein Fazit: Bitte lesen!

Habt einen glücklichen Tag!

Unterschrift

Summary

Spannende, vielschichtige Erzählung über die Entwicklung eine Familie im geteilten Deutschland in wunderbar klarer Sprache.

— Kim
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